Über mich

Ronald Schenkel
Ronald Schenkel

Mein Name ist Ronald Schenkel, Journalist, Segler und Skipper von Blue Alligator. 

Ich bin 1964 geboren und an einem See in der Zentralschweiz aufgewachsen, am Zugersee. Geträumt habe ich aber von Reisen übers Meer.

Mein erstes Schiff war mein Kinderzimmer. Das war zum Glück ein schmaler Schlauch, in dem sich bestens Bettlaken aufspannen liessen, von einer Wand zur nächsten. Die waren mir Segel und meinen Eltern Hindernisse.

Ich versuchte einige Male meinen Vater dazu zu überreden, eine Jacht zu kaufen, nachdem ich einen Katalog mit Seglern in die Hände bekommen hatte. Ich wusste auch schon, welche Kabine ich beziehen würde. Er liess sich leider nicht breittreten. Er kaufte aber immerhin eine kleine Jolle, aus Holz und ganz schön schwer. Aber egal.

Mein Vater konnte genauso wenig segeln wie ich, und die einzige Anleitung, die wir besassen, war ein Zettel, auf dem die Segelstellungen am Wind eingezeichnet waren. Als wir ein erstes Mal ablegten, gaben wir ein tolles Bild von Anfängern ab. Aber wir wurden besser, mit der Zeit.

Skipper einer Jolle

Meinem Vater verging indes die Lust am Segeln bald und so wurde ich Skipper der Jolle. Ich kreuzte auf dem See auf und ab, ohne zu kentern. Ich hätte keine Ahnung gehabt, wie ich das Boot wieder hätte aufrichten sollen. Das stand nämlich nicht auf dem Zettel.

Ich segelte zumeist allein. Meinen Kameraden war es wohl nicht geheuer, mit mir an Bord zu gehen. Das war an sich kein Problem. Lediglich das Boot allein ein- und auszuwassern, war ein Saukrampf, weil eben schwer, das Boot.

Mein späteres Leben führte mich wieder weg vom Wasser, bis ich die Gelegenheit erhielt, richtig segeln zu lernen. Und dann geschah es: Ich machte meinen ersten Törn, in Skandinavien, verdammt kalt, aber das war das Meer! Der Rest ist schnell erzählt. Alle Scheine erworben, Schiff gekauft: Blue Alligator.

Auch Blue Alligator segle ich oft allein. Bis jetzt allerdings waren die Schläge überschaubar; zehn, elf Stunden vielleicht dauerte der längste von Cherbourg nach Poole oder in umgekehrter Richtung. Und wenn längere Strecken angesagt waren wie im Sommer 2013, als es über die Biskaya ging, waren meine Frau Katrin und ihr Sohn Dario mit dabei. Die Erfahrung, einhand ein paar hundert Meilen abzuspulen, wird neu sein. Und ganz ehrlich, ganz geheuer ist es mir nicht. Dass es andere auch geschafft haben, ist ein schwacher Trost. 

Trotzdem: Ich lege also eine Pause in meinem Job ein, gebe mir ein halbes Jahr, um auszuprobieren, wie das Dauerleben auf See sich anfühlt. Ich weiss es jetzt auch noch nicht. Auf diesem Blog werde ich es erzählen.